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Der Entourage-Effekt: Warum das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile

Einführung

In der Cannabismedizin hat sich ein Begriff etabliert, der zunehmend an Bedeutung gewinnt: der Entourage-Effekt. Gemeint ist die Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Wirkstoffen der Cannabispflanze – insbesondere zwischen Cannabinoiden, Terpenen und weiteren sekundären Pflanzenstoffen. Diese Interaktion kann die Wirkung einzelner Substanzen nicht nur ergänzen, sondern auch verstärken oder abmildern.

Hinweis: Alle Aussagen basieren auf aktuellem Forschungsstand und dienen der Information – nicht als Heilversprechen.


Ursprung und Definition

Der Begriff wurde erstmals 1998 von Raphael Mechoulam und Shimon Ben-Shabat geprägt. Die Grundidee: körpereigene <a href="/de/lexikon/wirkstoffkunde/cannabinoide-uebersicht/" class=“autolink” title="Cannabinoide im Überblick">Cannabinoide (Endocannabinoide) wirken effektiver im Zusammenspiel mit Begleitsubstanzen. Dieses Konzept übertrug sich später auf die Phytocannabinoide der Cannabispflanze.

📚 Quelle: Ben-Shabat et al., 1998 – European Journal of Pharmacology


Warum Vollspektrum besser wirkt als Isolat

Präparatstyp Inhalt Vorteil Nachteil
Isolat (z. B. reines CBD) Ein einzelner Wirkstoff Präzise Dosierung Kein Entourage-Effekt
Breitspektrum Mehrere <a href="/de/lexikon/wirkstoffkunde/cannabinoide-uebersicht/" class=“autolink” title="Cannabinoide im Überblick">Cannabinoide, kein THC Synergie ohne Rauschrisiko Wirkung oft schwächer
Vollspektrum Alle <a href="/de/lexikon/wirkstoffkunde/cannabinoide-uebersicht/" class=“autolink” title="Cannabinoide im Überblick">Cannabinoide + Terpene Maximaler Entourage-Effekt Potenzieller THC-Gehalt

Beispiel: CBD-Isolat benötigt oft höhere Dosen zur gleichen Wirkung wie Vollspektrumpräparate – ein Hinweis auf die Rolle von Synergien.

📚 Quelle: Pamplona et al., 2018 – Front. Neurol.


Die Rolle der Terpene im Zusammenspiel

Terpene sind flüchtige, aromatische Moleküle – sie bestimmen den Geruch und haben eigene pharmakologische Wirkungen, u. a.:

Terpen Wirkung Synergien mit
Myrcen Beruhigend, durchblutungsfördernd THC, CBN
Limonen Anregend, antidepressiv CBD
Linalool Angstlösend, schlaffördernd THC, CBN
Caryophyllen Entzündungshemmend, CB2-aktivierend CBD, CBG

Diese Verbindungen modulieren die Wirkung der <a href="/de/lexikon/wirkstoffkunde/cannabinoide-uebersicht/" class=“autolink” title="Cannabinoide im Überblick">Cannabinoide, was z. B. bei Angst, Schlaflosigkeit oder Schmerzen genutzt werden kann.

📚 Quelle: Russo, 2011 – Br. J. Pharmacol.


Wissenschaftliche Evidenz

Visualisierung: Der Entourage-Effekt im Überblick

Der Entourage-Effekt – Zusammenspiel von Cannabinoiden und Terpenen

Die Grafik zeigt, wie <a href="/de/lexikon/wirkstoffkunde/cannabinoide-uebersicht/" class=“autolink” title="Cannabinoide im Überblick">Cannabinoide und Terpene gemeinsam mit dem Endocannabinoidsystem interagieren – im Zentrum steht die synergistische Wirkung auf Rezeptoren und Signalwege.

Studien zeigen, dass Cannabisextrakte mit mehreren Inhaltsstoffen:

Beispiel: CBD-reiche Extrakte zeigten in Epilepsiestudien bessere Wirksamkeit und Verträglichkeit als isoliertes CBD.

📚 Quelle: Gallily et al., 2015 – Pharmacol. Pharm.


Anwendung in der Praxis


Fazit

Der Entourage-Effekt ist kein Mythos, sondern ein wissenschaftlich gestütztes Konzept, das die synergistische Wirkung verschiedener Cannabis-Inhaltsstoffe beschreibt. Er zeigt, dass nicht nur einzelne Moleküle zählen, sondern deren Zusammenspiel – ähnlich wie bei einem gut abgestimmten Orchester.

Für therapeutische Anwendungen bedeutet das: Vollspektrumprodukte können Vorteile gegenüber Isolaten bieten – insbesondere bei komplexen Krankheitsbildern.


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