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Cannabinoide in Cannabis: Wirkung, Unterschiede und medizinisches Potenzial

Einführung

Cannabinoide sind die primären Wirkstoffe in der Cannabispflanze. Sie interagieren mit dem körpereigenen Endocannabinoidsystem (ECS) und beeinflussen Prozesse wie Schmerzempfinden, Appetit, Schlaf, Stimmung und Immunfunktionen. Die bekanntesten Cannabinoide sind THC und CBD, doch es gibt über 100 weitere – viele davon mit therapeutischem Potenzial.


Cannabinoide sind chemische Verbindungen, die fast ausschließlich in Cannabis vorkommen. Sie wirken entweder direkt oder indirekt auf die CB1- und CB2-Rezeptoren des ECS.

Man unterscheidet:

Hier geht es um die natürlichen Cannabinoide aus Cannabis.


Cannabinoid Abkürzung Wirkung Psychoaktiv?
THC Δ9-THC Euphorisierend, schmerzlindernd, appetitanregend Ja
CBD Cannabidiol Entzündungshemmend, angstlösend, antipsychotisch Nein
CBG Cannabigerol Antibakteriell, neuroprotektiv, augendrucksenkend Nein
CBN Cannabinol Sedierend, leicht psychoaktiv, aus oxidiertem THC Gering
CBC Cannabichromen Entzündungshemmend, antidepressiv vermutet Nein
THCV Tetrahydrocannabivarin Appetitzügelnd, evtl. antidiabetisch Gering
CBDV Cannabidivarin Antiepileptisch, Forschung bei Autismus Nein
Δ8-THC Delta-8-THC Weniger psychoaktiv als Δ9-THC Ja (leicht)

Das ECS besteht u. a. aus zwei Hauptrezeptoren:

Beispielhafte Wirkung:

📚 Quelle: Zou & Kumar, 2018 – PMC


Mehrere Cannabinoide zusammen wirken oft besser als isolierte Einzelstoffe – dieser Synergieeffekt wird Entourage-Effekt genannt.

Beispiel:

📚 Quelle: Russo, 2011 – PubMed


Säureformen & Decarboxylierung

In der frischen Pflanze liegen Cannabinoide in inaktiver Säureform vor:

Säureform Aktive Form
THCA THC
CBDA CBD
CBGA THCA, CBDA, CBCA (je nach Enzympfad)

Durch Erhitzen (Decarboxylierung) – z. B. beim Rauchen oder Backen – wird die psychoaktive oder therapeutisch wirksame Form aktiviert.


Medizinisches Potenzial

Einige belegte oder erforschte therapeutische Anwendungen:

📚 Quelle: Pertwee, 2015 – PubMed


Fazit

Cannabinoide sind die Hauptwirkstoffe der Cannabispflanze. Ihre Wirkung hängt von ihrem Zusammenspiel, ihrer Menge, ihrer Aktivierungsform und der Rezeptorbindung ab. Sie sind für viele medizinische Anwendungen interessant – von Schmerz über Entzündung bis zu neurologischen Erkrankungen.

Die Genetik der Cannabissorte (z. B. über Hanfsamen) entscheidet über das Cannabinoidprofil – und damit über Wirkung und Eignung.


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