Bunkerlinge - Baglung Nepalese
Baglung Nepalese ist eine ursprünglich wild gewachsene, heute selektierte Sativa-Landrasse aus dem zentralwestlichen Nepal. Die Region Baglung, gelegen zwischen 1000 und 2000 Metern Höhe im mittleren Himalaya, gilt seit jeher als eines der kulturellen Zentren der traditionellen nepalesischen Cannabis-Kultur. In diesen Höhenlagen, geprägt von terrassierten Berghängen, starken Monsunwinden und kühlen Nächten, entwickelte sich über Generationen hinweg eine robuste, genetisch stabile Hanfpflanze – gezüchtet durch natürliche Selektion und Jahrhunderte lokaler Kultivierung.
Diese Genetik ist keine Kreuzung im modernen Sinne, sondern das Ergebnis einer langen Linie offener Bestäubung, angepasst an extreme Bedingungen und traditionell genutzt für die Herstellung von handgerolltem Charas. Baglung Nepalese bewahrt diesen Ursprung nicht nur genetisch, sondern auch sensorisch, morphologisch und atmosphärisch.
Genetik & Herkunft
Die ursprüngliche Linie wurde in den frühen 2000er-Jahren von der Schweizer Züchtungsgruppe Blue Hemp dokumentiert und erstmals unter kontrollierten Bedingungen im Alpenraum kultiviert. Durch sorgfältige Selektion wurde eine genetisch stabile Outdoor-Linie entwickelt, die in Folge über Bald Monkey und das Derg Corra Collective an Magic Herbs weitergegeben wurde.
Dort begann eine gezielte Weiterentwicklung: Über fünf Generationen hinweg wurde die Baglung Nepalese unter Freilandbedingungen auf 48,5° nördlicher Breite selektiert. Dabei ging es nicht nur um Akklimatisierung, sondern um echte Linienarbeit: Starke Pflanzen wurden miteinander vermehrt, schwache konsequent ausgeschlossen. Das Ergebnis ist eine vitale, samenfeste Sativa-Landrasse, die sich selbst unter mitteleuropäischen Klimabedingungen voll entfalten kann.
Morphologie & Wuchsverhalten
Baglung Nepalese wächst schlank, hoch und elegant. Bei Auspflanzung im Mai können Pflanzen problemlos bis zu 4 m Höhe erreichen, ohne instabil zu werden. Die Internodien sind moderat lang, die Seitenverzweigung kräftig, aber nicht dominant. Die Pflanze bildet einen zentralen Haupttrieb mit locker geformten, oft fingerartigen Blütenstrukturen – typisch für Hochland-Sativas, die auf Luftzirkulation und Schimmelresistenz ausgelegt sind.
Die Färbung ist variabel: Während viele Exemplare sattgrün bleiben, zeigen andere eine violette Ausfärbung – insbesondere in den Blütenkelchen und Blattstielen. Besonders auffällig sind die pinken bis rötlichen Narben, die unabhängig von Temperaturverhältnissen auftreten.
Blütezeit & Reife
Die Blüte setzt je nach Phänotyp zwischen Mitte August und Anfang September ein. Die Reife erfolgt nach rund 60 bis 70 Tagen Blütezeit, was bedeutet: Ernte ist meist zwischen Mitte September und Anfang Oktober möglich – ideal, um den ersten Frost zu vermeiden. Diese frühe Reife macht die Sorte zu einer der seltenen Landrassen, die sich problemlos in ganz Deutschland kultivieren lassen.
Aroma & Terpenprofil
Das sensorische Profil von Baglung Nepalese ist tief, komplex und vielschichtig. In legalen Märkten wird sie beschrieben als:
- erdig – erinnert an feuchte Gebirgsböden
- würzig-scharf – mit pfeffrigen, fast rauchigen Tönen
- holzig-harzig – wie frisches Zedernholz
- fruchtig-süßlich – in manchen Phänotypen, oft unterschwellig
Diese Mischung macht sie nicht nur für Sammler:innen attraktiv, sondern auch für Terpenfreunde, die fernab von modernen Dessert-Sorten ein echtes, „natürliches“ Aromabild suchen.
Wirkung
In legalen Märkten wird über eine langanhaltende, aktivierende Wirkung berichtet. Nutzer:innen beschreiben ein klares Kopfgefühl mit fördernder Wirkung auf Fokus, Kreativität und Stimmung. Die Effekte gelten als leicht, anregend und nicht körperlich belastend – Eigenschaften, die Baglung Nepalese zur typischen tagsüber einsetzbaren Sativa-Linie machen.
Züchterischer Wert & Populationsarbeit
Baglung Nepalese ist keine standardisierte Hybridsorte, sondern eine offen bestäubte, stabilisierte Population. Ihre genetische Breite ermöglicht es, selbst Saatgut zu selektieren, weiterzuführen oder in eigene Projekte einzubringen. Sie eignet sich als Basis für robuste F1-Hybriden oder zur Rückkreuzung mit modernen Sorten, denen Resilienz und Struktur fehlen.
Magic Herbs hält die Linie durch kontrollierte Rückkreuzung vital und in guter Balance. Jede Packung enthält reguläre, nicht feminisierte Samen – geeignet für Outdoor-Züchtung und Erhaltungsarbeit.
Verfügbarkeit & Bonuslinie
- 10 reguläre Samen je Packung
- Solange Vorrat reicht: +10 Bonussamen aus der alten Linie (Jahrgang 2016)
- Keimrate ca. 70 %
- verlängerte Keimzeit (~14 Tage)
- zur genetischen Auffrischung & phänotypischen Erweiterung
Hinweise zur Kultivierung
- ausschließlich für den Outdoor-Anbau geeignet
- empfohlen für Gärtner:innen mit Erfahrung im Umgang mit samenfesten Landrassen
- ideal in sonnigen, windoffenen Lagen mit gut durchlüftetem Boden
Stammbaum
- Baglung Nepalese (offene Bestäubung, selektiert)
└── Ursprungsgenetik: Landrasse aus Baglung, Nepal
└── Akklimatisierung durch Blue Hemp (seit ca. 1980er)
└── Reproduktion & Selektion durch Bald Monkey / Derg Corra Collective
└── Weiterentwicklung durch Magic Herbs (5 Generationen Outdoor 48,5°N)