Tomato spotted wilt virus (TSWV) in Cannabis – Symptome, Thripse als Vektor und Schutzmaßnahmen

Tomato spotted wilt virus (TSWV) ist ein bedeutender Pflanzenpathogen aus der Gattung Orthotospovirus, der weltweit bei Zier-, Gemüse- und Kulturpflanzen wirtschaftliche Schäden verursacht. Auch Cannabis kann durch TSWV infiziert werden – vor allem in geschlossenen Anbausystemen wie Indoor-Zelten oder Gewächshäusern, wenn infizierte Thripse eingeschleppt werden.

Allgemeine Informationen

  • Name: Tomato spotted wilt virus (TSWV)
  • Familie: Tospoviridae / Orthotospovirus
  • Genom: Segmentierte Einzelstrang-RNA mit negativer Polarität
  • Erstmals beschrieben: 1919
  • Verbreitung: Weltweit in über 1.000 Pflanzenarten nachgewiesen

Übertragungswege

  • Vektor: Thripse, insbesondere Frankliniella occidentalis
  • Modus: Persistent-propagativ – das Virus wird von Larven aufgenommen, repliziert sich im Insekt und wird dann lebenslang durch adulte Thripse weitergegeben
  • Keine Übertragung über Samen, Stecklinge oder Werkzeuge

TSWV ist vollständig vektorabhängig. Ohne den passenden Thrips als Überträger kann sich das Virus nicht verbreiten.

Symptome bei Cannabis

In der vegetativen Phase:

  • Unregelmäßige helle Flecken (Chlorosen)
  • Bronzefarbene bis nekrotische Flecken entlang der Blattadern
  • Mögliche Blattverkrümmung oder -deformation
  • Gehemmter Wuchs, verkleinerte Blätter

In der generativen Phase:

  • Welkerscheinungen an jungen Trieben oder Blütenständen
  • Eingeschränkte Harz- und Blütenbildung
  • In schweren Fällen: Absterben ganzer Triebe

Da die Symptome häufig mit Hitzeschäden oder Mangelerscheinungen verwechselt werden, ist eine Laboranalyse notwendig.

Diagnostik

  • Schnelltest: TSWV-ImmunoStrips (z. B. von Agdia oder Loewe Biochemica)
  • Laboranalyse: RT-PCR oder ELISA-Tests über spezialisierte Pflanzenlabore

Für Hobbygärtner sind Schnelltests relativ leicht zugänglich und innerhalb von 10 Minuten durchführbar.

Prävention und Bekämpfung

Vektorkontrolle ist entscheidend:

  • Blautafeln zur Überwachung
  • Insektenschutzgitter an Zuluftöffnungen
  • Biologischer Pflanzenschutz: Einsatz von Raubmilben (Amblyseius swirskii) oder Florfliegen
  • Vermeidung gemeinsamer Haltung mit Zierpflanzen (z. B. Gerbera, Dahlien), die als Virusreservoir dienen

Hygienemaßnahmen:

  • Neue Pflanzen zwei Wochen isolieren
  • Infizierte Pflanzen vollständig entfernen
  • Werkzeuge reinigen, obwohl keine mechanische Übertragung bekannt ist

Bedeutung für Hobby-Züchter

TSWV ist zwar (noch) selten in Cannabis, kann aber durch Zukauf von infizierten Pflanzen oder benachbarte Kulturen eingeschleppt werden. Vor allem Indoor-Grows mit dekorativen Pflanzen oder Gemüse sind gefährdet. Eine Bekämpfung infizierter Pflanzen ist nicht möglich – daher sind Früherkennung und Vektorkontrolle die wichtigsten Maßnahmen.


Quellen