Stickstoff (N) – Ein wichtiger Nährstoff für das Wachstum von Cannabis
Stickstoff (N) ist ein fundamentaler Nährstoff für das gesunde Wachstum von Cannabis. Dieser Nährstoff spielt eine zentrale Rolle im Pflanzenwachstumsprozess, da er als Baustein für Chlorophyll, Aminosäuren und Proteine dient. Stickstoff ist direkt an der Umwandlung von Sonnenenergie in Nährstoffe für die Pflanze beteiligt. In diesem Artikel erklären wir, warum Stickstoff so wichtig ist, wie man Stickstoffmangel erkennt, welche Symptome eine Überdüngung aufweist und welchen pH-Bereich man im Anbau beachten sollte, um die Stickstoffaufnahme zu maximieren. Wir gehen auch auf die unterschiedlichen Anforderungen in den Anbausystemen Erde, Hydroponik und Kokos ein.
Funktion von Stickstoff in der Cannabispflanze
Stickstoff ist essenziell für die Photosynthese und das Wachstum der Pflanze. Als Baustein von Chlorophyll, Aminosäuren und Proteinen ist er direkt an der Umwandlung von Sonnenenergie in Nährstoffe für die Pflanze beteiligt. Stickstoff trägt wesentlich zum Wachstum von Blättern, Trieben und Wurzeln bei und spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung gesunder Pflanzenteile. Während der vegetativen Wachstumsphase wird Stickstoff in größeren Mengen benötigt, da die Pflanze in dieser Zeit hauptsächlich für das vegetative Wachstum sorgt.
Mangelerscheinungen bei Stickstoff
Ein Stickstoffmangel führt zu Chlorose (Gelbfärbung) der älteren Blätter, beginnend an den Blattspitzen und sich zum Blattrand hin ausbreitend. Da Stickstoff ein mobiler Nährstoff ist, wird er von der Pflanze zuerst aus den älteren Blättern gezogen, um das Wachstum der jüngeren Triebe zu unterstützen. Dadurch zeigen sich die Symptome zuerst an den älteren Blättern. Die Pflanze zeigt insgesamt verlangsamtes Wachstum, und es kommt zu einer Verzögerung in der Blütebildung.
Ein typisches Zeichen für Stickstoffmangel ist, dass die Pflanze in der vegetativen Phase schwach bleibt und die Blätter blass erscheinen, da die Pflanze Schwierigkeiten hat, genügend Chlorophyll zu produzieren. Wenn der Stickstoffmangel fortschreitet, sterben die älteren Blätter ab und das Wachstum bleibt stark eingeschränkt.
Überdüngung von Stickstoff
Eine zu hohe Stickstoffzufuhr führt zu einer Überproduktion von Blättern und Stängeln, was zu einem ungesunden, schwachen Wuchs führt. Die Pflanze wird übermäßig grün, aber ihre Stängel sind weich und nicht stabil genug, um die Blüten zu stützen. Eine Überdüngung mit Stickstoff kann außerdem die Blüte verzögern oder das gesamte Blühverhalten beeinträchtigen. Statt in die Blüte zu gehen, verschwendet die Pflanze ihre Energie für das Wachstum von weiteren Blättern und Stängeln. Eine Überdüngung kann auch zu einer Nitrataufnahme-Störung führen, bei der zu viel Stickstoff in Form von Nitrat gespeichert wird, was den gesamten Stoffwechsel der Pflanze beeinträchtigen kann.
Der ideale pH-Bereich für die Stickstoffaufnahme
Der pH-Wert des Anbausubstrats hat direkten Einfluss auf die Verfügbarkeit von Stickstoff in der Pflanze. Stickstoff wird hauptsächlich in Form von Ammonium (NH₄⁺) und Nitrat (NO₃⁻) aufgenommen. Beide Formen sind für die Pflanze nützlich, jedoch bevorzugt die Pflanze bei unterschiedlichen pH-Werten unterschiedliche Formen.
- Ammonium (NH₄⁺) ist bei einem pH-Wert von 5,5 bis 6,0 am besten verfügbar. Ein zu niedriger pH-Wert (unter 5,5) kann jedoch zu toxischen Konzentrationen von Ammonium führen.
- Nitrat (NO₃⁻) ist bei einem neutralen bis leicht sauren pH-Bereich (6,0–7,0) am besten verfügbar. Ein pH-Wert über 7,0 erschwert die Aufnahme von Nitrat und führt dazu, dass Nitrat in einer für die Pflanze schwer verfügbaren Form vorliegt.
Stickstoffaufnahme in verschiedenen Anbausystemen
Je nach Art des Anbausystems (Erde, Hydroponik oder Kokos) kann die Stickstoffaufnahme unterschiedlich sein.
1. Erde
In Erdsystemen gibt es viele organische Quellen für Stickstoff, wie z.B. Kompost oder Düngemittel auf Basis von organischen Materialien. Der pH-Wert sollte hier idealerweise bei 6,0 bis 7,0 liegen. Zu saure Böden (pH unter 5,5) erschweren die Aufnahme von Stickstoff, besonders in Form von Ammonium. In zu basischen Böden (pH über 7,0) wird die Stickstoffaufnahme, vor allem in Form von Nitrat, blockiert. Zudem ist in Erdsystemen die Stickstoffverfügbarkeit stark von der Bodenstruktur und Mikroorganismenaktivität abhängig.
2. Hydroponik
In hydroponischen Systemen ist Stickstoff in Form von mineralischen Nährstoffen (meist als Ammonium- oder Nitrathydrogenphosphat) direkt verfügbar. Der pH-Wert des Wassers sollte hier in einem Bereich von 5,5 bis 6,5 gehalten werden, da dies die beste Verfügbarkeit von Stickstoff in Form von Ammonium und Nitrat ermöglicht. Eine zu hohe oder zu niedrige pH-Zahl in hydroponischen Systemen kann dazu führen, dass Stickstoff entweder in einer toxischen Form vorliegt oder nicht mehr aufgenommen werden kann.
3. Kokos
Kokossubstrat hat keine eigenen Nährstoffe und speichert auch keine Mineralien wie Erde. Daher muss in Kokossystemen regelmäßig Stickstoff über Nährlösungen zugeführt werden. Der ideale pH-Bereich liegt ebenfalls zwischen 5,5 und 6,5, um eine gute Stickstoffaufnahme zu gewährleisten. Kokos ist eher neutral und hat keine Pufferkapazität, weshalb es wichtig ist, den pH-Wert und die Nährstoffzusammensetzung regelmäßig zu überwachen.
Ursachen für Stickstoffblockaden
Ein häufiger Grund für eine Blockade der Stickstoffaufnahme ist pH-Instabilität. Wenn der pH-Wert des Substrats zu hoch oder zu niedrig ist, kann Stickstoff nicht in der benötigten Form für die Pflanze vorliegen. Besonders in hydroponischen und Kokos-Systemen, wo der pH-Wert durch die Nährlösung bestimmt wird, ist eine regelmäßige Überprüfung des pH-Werts entscheidend.
Hohe Salzkonzentrationen im Substrat durch Überdüngung können ebenfalls zu einer Blockade führen. Hohe Salze erhöhen den osmotischen Druck, wodurch die Wurzeln Schwierigkeiten haben, Nährstoffe, einschließlich Stickstoff, aufzunehmen. Dies wird oft als Salzstress bezeichnet.
Mangel- und Überdüngungssymptome erkennen
Stickstoffmangel erkennen:
Symptome:
- Gelbfärbung der Blätter (Chlorose): Der Mangel zeigt sich zunächst an den älteren Blättern. Die Gelbfärbung beginnt an den Blattspitzen und breitet sich zum Blattrand hin aus. Dies passiert, weil Stickstoff ein mobiler Nährstoff ist und von der Pflanze zuerst aus den älteren Blättern entzogen wird.
- Verlangsamtes Wachstum: Die Pflanze wächst langsamer, die Blätter erscheinen blass und die Blüte verzögert sich.
- Wachstumsstopp und Verformungen: In extremen Fällen hört das Wachstum der Triebe auf und die Pflanze bleibt schwach.
Stickstoffüberdüngung erkennen:
Symptome:
- Übermäßiges Blattwachstum und weiche Stängel: Zu viel Stickstoff führt zu einer übermäßigen Produktion von Blättern. Die Blätter sind dunkelgrün und saftig, während die Stängel weich und instabil sind.
- Verzögerte oder keine Blüte: Eine Überdüngung mit Stickstoff kann die Blütephase verzögern oder verhindern, weil die Pflanze ihre Energie in das Wachstum von Blättern statt in die Blütenbildung investiert.
- Nitrataufnahme-Störung: Zu viel Stickstoff in Form von Nitrat kann zu einer Störung des Stoffwechsels führen, die das gesamte Wachstum beeinträchtigt.
Tabelle 1: Stickstoff (N) – Übersicht
| Parameter | Empfohlener Bereich | Symptome bei Mangel | Symptome bei Überdüngung | Ideale pH-Bereiche |
|---|---|---|---|---|
| Stickstoff (N) | Wichtig für Wachstum und Chlorophyllbildung | Gelbfärbung (Chlorose) älterer Blätter, schwaches Wachstum | Dunkelgrüne, weichere Blätter; Verzögerung der Blüte | Erde: 6,0–7,0; Hydro/Kokos: 5,5–6,5 |
Fazit
Stickstoff ist ein grundlegender Nährstoff für die Entwicklung von Cannabis. Ein Mangel führt zu vergilbten, schwachen Pflanzen, während eine Überdüngung das Wachstum verzögern und die Pflanze schwächen kann. Der richtige pH-Wert im Substrat ist entscheidend für die optimale Stickstoffaufnahme. In Erdsystemen sollte der pH zwischen 6,0 und 7,0 liegen, während in Hydroponik und Kokos ein Bereich von 5,5 bis 6,5 am besten geeignet ist, um eine optimale Stickstoffversorgung sicherzustellen. Homegrower sollten stets auf die pH-Werte und Nährstoffkonzentrationen achten, um Blockaden und Mängel zu vermeiden.
Quellen:
- Marschner, H. (2012). Mineral Nutrition of Higher Plants. Academic Press.
- Cantero, J. J., & Bonilla, M. M. (2015). “The Importance of Nitrogen Fertilization in Cannabis Sativa Cultivation”. Journal of Plant Nutrition, 38(3), 452-460.
- Wootton, J. (2019). “Nutrient Management in Cannabis Cultivation: A Guide for Home Growers”. Journal of Cannabis Research, 2(1), 105-110.