Normaler Keimling: die Bewertungsklasse, aus der die Keimzahl entsteht
Am Ende eines Keimtests liegt eine Schale mit hundert Samen, und jemand muss entscheiden, welche davon gezählt werden. Der normale Keimling ist die Klasse, die zählt: eine junge Pflanze, deren Wurzel und Spross so angelegt sind, dass daraus im Boden eine Pflanze wird. Alles, was zwar ausgetrieben hat und diese Anlage nicht zeigt, gilt als anormal. Die Keimzahl einer Partie ist damit das Ergebnis einer Beurteilung und keiner bloßen Zählung.
Die Kriterien bei Hanf
Beurteilt wird an zwei Teilen. Die Wurzel gilt als gesund, wenn die Hauptwurzel weder verkürzt noch verkrümmt ist; ersatzweise reichen zahlreiche Seitenwurzeln, wenn die Hauptwurzel schwach ausfällt. Der Spross gilt als gesund, wenn Keimachse und Blätter unverformt dastehen.
Fällt eines von beiden aus, ist der Keimling anormal. Ein Samen, der die Wurzelspitze herausschiebt und dann stehen bleibt, hat sichtbar gekeimt und liefert dennoch keinen Beitrag zur Keimzahl.
Drei Klassen, nicht zwei
Neben dem normalen und dem anormalen Keimling steht der tote Samen, an dem überhaupt nichts geschieht. Diese Dreiteilung trägt Information, die eine bloße Prozentzahl verliert.
Eine Partie mit vielen anormalen Keimlingen und wenigen toten Samen ist lebendig und leidet an den Bedingungen. Eine Partie mit vielen toten Samen und kaum anormalen ist gealtert oder schlecht aufbereitet. Beide können dieselbe Keimzahl tragen und verlangen Verschiedenes.
Warum die Bedingungen die Klasse verschieben
Der Anteil anormaler Keimlinge hängt daran, wie geprüft wird. In fünf Partien einer Sorte erzeugte die Auflage auf Papier durchgehend die meisten anormalen Keimlinge, bei 6,00 % bis 7,75 % gegenüber 1,25 % bis 3,25 % beim Verfahren zwischen zwei Papierlagen. Die Autoren führen das auf die Feuchte zurück, die sich auf einer offenen Oberfläche schwerer gleich halten lässt.
Der Befund stammt aus einer Sorte an einem Standort in einem Erntejahr und sagt nichts darüber, wie Hanf allgemein reagiert. Für die Beurteilung heißt er trotzdem etwas: ein hoher Anteil anormaler Keimlinge kann am Saatgut liegen und ebenso am Aufbau der Prüfung.