Mazeration – Auszug in ein flüssiges Medium
Kurz gesagt
Mazeration ist das Ausziehen von Inhaltsstoffen aus Pflanzenmaterial in ein flüssiges Medium, ohne Druck und ohne mechanischen Aufschluss. Die treibende Kraft ist die Diffusion entlang eines Konzentrationsgefälles. Bei Cannabis ist das Medium meist ein Speisefett, und die Mazeration ist damit der Schritt, der den Wirkstoff aus dem Blütenmaterial ins Öl bringt.
Einflussgrößen
Vier Größen bestimmen das Ergebnis: die Temperatur, die Kontaktzeit, die Zerkleinerung des Materials und das Verhältnis von Pflanze zu Lösungsmittel. Keine davon ersetzt eine andere. Ein feiner zerkleinertes Material bietet mehr Oberfläche, ein weiteres Verhältnis hält das Gefälle länger aufrecht, und beides wirkt nur, solange die Zeit stimmt.
Abgrenzung zur Decarboxylierung
Beide Vorgänge laufen im selben Topf und bei ähnlichen Temperaturen ab, sind aber verschiedene Sachen. Die Decarboxylierung verändert das Molekül, die Mazeration bewegt es nur. Ein Präparat kann an jedem der beiden Schritte scheitern, und die Symptome sehen gleich aus: es wirkt schwach. Deshalb ist es sinnvoll, den Fehler zuerst zuzuordnen, bevor man an der Temperatur dreht.
Messlage
Für Olivenöl liegen Protokolle mit ein bis zwei Stunden bei etwa 98 °C vor, und das Öl schnitt im Vergleich der Lösungsmittel bei der Terpenaufnahme am besten ab, besonders bei der längeren Erhitzungsdauer. Eine belastbare Ausbeutekurve über die Zeit unter Küchenbedingungen fehlt dagegen. Die im Netz kursierenden Prozentangaben dazu lassen sich auf keine Primärquelle zurückführen.
Bezug zu Cannabis
Der Begriff taucht in Rezepten selten auf, in der pharmazeutischen Literatur zu Cannabisölen dagegen als Standardbezeichnung des Verfahrens. Wer ihn kennt, findet die belastbaren Angaben schneller: dort steht Mazeration, wo im Küchentext „ziehen lassen" oder „köcheln" steht.